Internationales Erbrecht

In Verbindung mit der Arbeit mit internationalem Erbrecht bestehen zwei unterschiedliche Probleme – das juristische und das praktische.

Das juristische Problem ist vor allem die Feststellung des anwendbare nationale Erbrecht. Die Antwort dieser Frage ergibt sich aus den internationalen privatrechtlichen Regeln (IP-Regeln). Früher hatte (beinahe) jedes Land seine eigene IP-Regeln. Das könnte z.B. dazu führen, dass schwedische IP-Regeln regelte, dass schwedisches Erbrecht zur Anwendung kommen sollte, wenn der Verstorbene einen schwedischen Staatsbürger mit gewöhnlichem Aufenthalt in Frankreich war. Gleichzeitig regelte doch die französische IP-Regeln, dass für denselben Verstorbenen französisches Erbrecht zur Anwendung kommen sollte. Nachdem die EU-Erbrechtsverordnung (die gemeinsame IP-Regeln hat) am 17. August 2015 in Kraft getreten ist, hat sich dieses Problem deutlich ermäßigt. Es ist doch noch aktuell für die Länder, die nicht Mitglieder von der EU sind, und für die EU-Länder (z.B. Großbritannien), die die Verordnung nicht beigetreten sind.

Wenn der Verstorbene verheiratet war, gibt es ausserdem die Problematik, wie das Ehevermögen, zwischen einerseits dem hinterbliebenen Ehepartner und anderseits weiteren Erben geteilt werden soll. Lt. den schwedischen IP-Regeln soll das Ehevermögen nach dem Ehegesetz im Land des gewöhnlichen Aufenthalt geteilt werden. (Es gibt allerdings Ausnahmen). Es gibt noch nicht gemeinsame IP-Regeln in der EU für Teilung von Ehevermögen.

Die praktische Probleme sind z.B. Kontakte mit Erben, Rechtsanwälte, Gerichte, Banken, Versicherungsgesellschaften etc in anderen Ländern mit fremden Sprachen, anderen Gesetze sowie anderen kulturellen Gebräuche.


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